the future of sex

Ich lese alles. Von TAZ bis Junge Freiheit, je nachdem was man so in die Finger bekommt. Denn eines mache ich nicht, ich kaufe keines dieser Erzeugnisse. Lediglich die FAZ am Sonntag kaufe ich mir hin und wieder und habe dann die ganze Woche was davon, so dick ist die in der Regel. Letztens lag bei uns im Aufenthaltsraum eine Ausgabe der Zeit, die Zeitung der Hipster und der Bionade-Bourgeoisie bzw. eigentlich die ZEIT Campus 1.2018, die Studiausgabe für die Studenten der Müsliwissenschaften.

Ab Seite 48 gibt es ein Interview mit dem renommierten Sexualmediziner Volkmar Sigusch, 77. 33 Jahre war er Leiter des Instituts für Sexualwissenschaft an der Uni Frankfurt. Der Mann weiß also, wovon er redet. Und er redet so herrlich unaufgeregt über Sex. Während bei bento oder ze.tt steht, dass man gerade Sex mit Gurken oder Apfelkuchen haben muss, weil es nach dem Redaktionspraktikanten gerade hip ist. (In Wirklichkeit hat der Schreiberling sich das gerade nur aus den Fingern gesogen.) Sigusch hat auch den Begriff CIS-Gender ( Person, deren Geschlechtsidentität mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt) und Trans-Gender geprägt.

Für die Zukunft sieht Sigusch 2 Entwicklungen voraus: Zum einen eine Zunahme von Polyamorie  (Ein Oberbegriff für eine gegenüber anderen offenen Beziehungsformen enger definierte Praxis, mehr als einen Menschen zur selben Zeit zu lieben.) Das glaube ich persönlich zwar weniger, aber er ist der Experte. Ich halte 3er grundsätzlich für problematisch, weil wenigstens einer damit über kurz oder lang nicht zurecht kommt. Bei MFF wird eine der beiden Frauen über kurz oder lang nicht damit klar kommen, den Mann nicht alleine für sich zu haben oder es nicht ertragen können, dabei zuzusehen, wie der Mann mit der 2. Frau schläft. Bei MMF ist es dann andersherum, einer der Männer wird es auf Dauer nicht ertragen können, die Frau nicht exklusiv zu haben. Für mich wäre das jedenfalls nix und ich habe auch noch nie einen Dreier gehabt und lege da auch in Zukunft keinen Wert drauf.

Bei der 2. Entwicklung bin ich aber der gleichen Meinung wie der Experte: Auf die Frage, ob die neosexuelle Revolution mit der Polyamorie am Ziel angekommen ist, antwortet Sigusch:

Nein. Denken Sie nur an den Internet- oder Robotersex. Da stehen wir ja noch fast ganz am  Anfang.

Unsere Personal Computer werden sicher bald durch Personal Robots ergänzt werden, im Haushalt, in der Pflege und so weiter. Erste Sexroboter sind bereits auf dem Markt. Sie kosten etwa 10.000 Euro und werden alte Liebes- und Sexpuppen ablösen. Als neue Sonderbarkeiten, früher Perversion genannt, wird sich eine Robotophilie etablieren. Schließlich wird immer mehr Menschen das Zusammenleben mit einem Roboter sehr viel angenehmer sein als mit einem komplizierten, eigenwilligen und bösartigem Menschen.

Respekt Herr Sigusch, für diese Aussage bewundere ich sie. Ein 77-jähriger, der wie ein gerade volljährig gewordener Gründer eines Sex-Robot Startups denkt und mit dem Erfahrungsschatz eines langjährigen Sexualwissenschaftlers diese neue Art der Sexualität nicht verteufelt, sondern für vollkommen akzeptabel hält. Und der letzte Satz könnte auch von jedem mgtow stammen, ersetzt man nur das Wort „Menschen“ durch „Frau“!

Wenn man dann bedenkt, dass die Sexbot auch nach vielen Jahren des Kopulierens nicht altert, ewig jung und ansehnlich bleibt, haben Frauen da echt schlechte Karten.  Zumal keine ungewollte Schwangerschaft droht und Sex jederzeit gewährt wird. Es nimmt echten Frauen die größte Trumpfkarte über die Männer aus der Hand. Tja, und irgendwann wird sich Sex mit einer Sexbot besser anfühlen, als mit einer menschlichen Frau. Dann brechen für Letztere harte Zeiten an …

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