Männer brachten und bringen uns den Fortschritt

So ein Spiegel kann eine dankbare Quelle sein. Nicht nur der Artikel vom Sonntag Abend basiert auf einem Spiegelartikel. Der Artikel „Das Düsentrieb-Dilemma“ ist auch eine dankbare Basis für einen kleinen Blogeintrag. „Das Düsentrieb-Dilemma“ klingt wie der Titel einer Folge „Big Bang Theory“ und tatsächlich geht es um Technik, beziehungsweise darum, wer uns den technischen Fortschritt gebracht hat: Männer!

1866 – Werner von Siemens erfindet den Dynamo

1876 – Carl Linde erfindet den Kühlschrank

1885 – Gottlieb Daimler erfindet das Motorrad und kurz danach das Auto

1887 – Emil Berliner entwickelt das Grammophon

1895 – Wilhelm Conrad Röntgen entdeckt die nach ihm benannten Strahlen für die Medizin

1902 – Gottlieb Honold erfindet bei Bosch die Zündkerze

1903 – Reinhold Burger erfindet die Thermoskanne

1925 – Oskar Barnack erfindet die Kleinbildkamera

1928 – Fritz Pfleumer erfindet das Tonbandgerät

1930 – Manfred von Ardenne entwickelt die Bildübertragung per Funk als Grundlage für das Fernsehen

1931 – Ernst Ruska und Max Knoll leisten Pionierarbeit für das Elektronenmikroskop

1936 – Hans von Ohain erfindet das Düsentriebwerk

1936 – Ein Versuchshelikopter basierend auf Plänen von Henrich Focke startet und landet senkrecht

1941 – Conrad Zuse entwickelt den Computer Zuse 3 (Z3)

1951 – Rudolf Hell entwickelt ein Graviergerät (was auch immer das sein soll)

1953 – Eduard Schüller entwickelt das Aufzeichnungskonzept für Videorecorder

1958 – Arthur Fischer entwickelt den berühmten Fischerdübel

1969 – Jürgen Dethloff und Helmut Göttrup patentieren die Chipkarte

1982 – Karlheinz Brandenburg erfindet den mp3 Kompressionsalgorithmus

Ich wundere mich wirklich, dass dem Spiegel gar nicht aufgefallen ist, dass keine einzige Frau in der Liste ist. Wo sind sie nur, die weiblichen Speerspitzen in Technik, Wissenschaft und Forschung? Wer hat unsere Gesellschaft dahin gebracht wo sie heute ist? Männer haben sich zu allen Zeiten Problemen zugewandt um diese zu lösen und die Gesellschaft voranzubringen. Wo sind die weiblichen Zuckerbergs (Facebook), die weiblichen Larry Ellisons (Oracle Datenbanken), die weiblichen Bill Gates (Microsoft), die weiblichen Jeff Bezos (Amazon)?

Und bevor jetzt irgendeine Informatik-Emanze „Ada Lovelace“ schreit (1815–1852, Tochter von Lord Byron, Mitarbeiterin von Charles Babbage und als erste Programmiererin bekannt): Im Vergleich zu Alan Turing oder Konrad Zuse war sie doch eher ein kleines Licht.

Ihre „große“ Leistung  war, dass sie lange vor dem ersten Computer ein Computerprogramm zur Berechnung von Bernoulli-Zahlen für eine nie gebaute Maschine von Charles Babbage geschrieben hat.

Alan Turing dagegen hat mit der „Turing Machine“ das wichtigste Rechnermodell der theoretischen Informatik entwickelt. Eine Turingmaschine modelliert die Arbeitsweise eines Computers auf besonders einfache und mathematisch gut zu analysierende Weise.

Conrad Zuse hat in seinem Leben mehr als 200 Computer gebaut, darunter während des 2. Weltkrieges die berühmte Z3, den ersten programmierbaren Computer der Welt.

Aber immerhin hat man nach Ada Lovelace eine Programmiersprache benannt, die vom amerikanischen Militär gefördert wurde und die heute vermutlich jenseits von Waffensystemen und in hochsicherheitskritischen Umgebungen kaum noch einer nutzt. (Im Gegensatz zu C/C++, das von Bjarne Stroustrup schon 1979 entwickelt wurde und noch heute eine der wichtigsten Programmiersprachen ist.)

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