Geschäftspraxis Misandrie

Mal wieder ein Beispiel für Double Standards: Der Spiegel Online ist ganz verzückt und titelt:

Diese Frau finanziert keine weißen Männer – aus Prinzip

Arlan Hamilton hat eine kleine Wagniskapitalgesellschaft gegründet, wie es sie hundertfach vor allem im Silicon Valley gibt. Sie leisten die Anschubfinanzierung für Gründer mit neuen Ideen, aber ohne Geld. Dafür erhalten sie großzügige Anteilspakete an den neuen Unternehmen. Wird eines dieser Unternehmen ein Erfolg, vervielfacht sich der Einsatz. Aber nur ca. 1 von 10 Unternehmen ist später auch wirklich ein Erfolg. Der eine Erfolg muss also auch noch das Investment in die anderen 9 Unternehmen ausgleichen. Trotzdem sind Wagniskapitalgeber mit riesigen Summen ausgestattet und suchen händeringend Unternehmer mit neuen, guten Ideen.

Aber zurück zu Arlan Hamilton. In ihrem Mini-Wagniskapitalunternehmen Backstage Capital  ist Misandrie Unternehmensdoktrin. Geld gibt es nur für Gründerinnen und LGBT-Wesen. Grund für dieses Verhalten:

Rund 90 Prozent des Risikokapitals im US-Tech-Sektor geht an weiße Männer. Für alle anderen ist das beleidigend, lächerlich.

Arlan Hamilton

Tolle Begründung oder? Liegt es vielleicht daran, dass im Wesentlichen Männer sich als Unternehmer betätigen, technisch interessiert und versiert sind? Wir reden hier schließlich nicht davon, ein Café oder ein Nagelstudio zu eröffnen! Wie viele Frauen haben denn ein Start-Up richtig erfolgreich gestartet? Irgendwie riecht das Statement oben nach sozialistischer Gleichmacherei. Frauen, Lesben, Schwule, Quere etc. sollen so viel Geld kriegen wie die Nerds, die Nächte lang vor ihrem Computer sitzen, coden, oder neue Verfahren wie Block Chain (Bitcoin) entwickeln.

Keine Idee? Kein neues, möglicherweise zukunftsweisendes Verfahren oder Gerät entwickelt? Egal, es reicht, Frau zu sein. Her mit der Kohle. Danach wird uns schon was einfallen.

Nach kleinen Summen in der Anfangsphase hat Hamilton nun 36 Millionen US $ zur Verfügung gestellt bekommen. Und wohin geht das Geld potentiell? Nein, nicht an Männer, das war schon klar. Aber auch nicht an alle Frauen. Nein, nur an schwarze Frauen. Irgendwie musste ich hier lachen. Frauen machen sich das Leben immer wieder selbst schwer. Jetzt heißt es also schwarze Frauen gegen weiße Frauen und Asiatinnen.

Und warum nur an schwarze Frauen? Weil Frau Hamilton ein Seifenspendertrauma erlitten hat: Sie hat auf einem Video einen „revolutionären“ Seifenspender gegeben, dessen Sensor schwarze Hände nicht erkennt und daher die Seife verweigert.

Bescheuert oder? Ja, so weit sind wir schon! Männer und weiße Frauen (neuerdings) sind das Übel der Welt und gehören kräftig diskriminiert. Bleiben 2 Fragen:

1. Warum wird die Diskriminierung in dem Spiegel Artikel nicht thematisiert?

2. Warum sollte im Mutterland des Kapitalismus ein Wagniskapitalgeber einer Frau, einer quere Person, einer Asiatin oder einer Schwarzen kein Geld in die Hand drücken, wenn diese Person die nächste heiße Idee im Stil von Facebook, Instagram, Amazon oder so entwickelt hat? Es geht doch nicht um Personen, es geht um die Geschäftsidee und das erfolgreiche IPO (Börsengang) des finanzierten Unternehmens! Wer diese findet und umsetzt ist einem Wagniskapitalgeber doch egal, solange am Ende der ROI (Return on Investment) stimmt. Jedenfalls würde ich das so sehen.

Aber vermutlich bin ich zu altmodisch für solche neuen Unternehmen. Aber ich achte bei meinen eigenen Investments (ETFs) auch nicht darauf, ob Waffen-, Tabak- und Spirituosenhersteller oder Betreiber von Atomkraftwerken ausgeschlossen werden.

Peace!

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