finanzielle Unabhängigkeit

Finanzielle Unabhängigkeit ist zwar keine Säule der mgtow Philosophie, aber jeder Mann sollte sich spätestens mit Eintritt in das Berufsleben mit seiner finanziellen Situation und Zukunft beschäftigen. Natürlich gibt es tausende Möglichkeiten, sein Geld anzulegen und ich nehme auch nicht für mich in Anspruch, die beste Lösung für dieses Problem zu haben. Aber hier zeige ich in 5 einfach zu befolgenden Schritten auf, wie ich meine finanzielle Zukunft absichere. (Bitte beachte, ich bin kein Anlageberater. Du bist selbst für deine Investments verantwortlich!)

Schritt 1:

Zahle (falls vorhanden) den Überziehungskredit deines Girokontos und alle Konsumentenkredite, die du ohne Strafgebühren vorzeitig ablösen kannst, zurück. Führe Ausgaben bei Visa und Co soweit zurück, dass du jeden Monat alle aufgelaufenen Verbindlichkeiten deiner Kreditkarte bezahlen kannst. Warum? Weil die Zinsen z. B. bei diesen Krediten sehr hoch sind, höher als die Rendite der meisten Anlageformen.

Zahle Schulden bei Freunden oder Familienmitgliedern zurück. Normalerweise sollte man der Freundschaft wegen niemals seine Freunde um Geld bitten, aber falls du es trotzdem gemacht hast, belaste deine Freundschaften nicht weiter und zahle das Geld so schnell wie möglich zurück.

Schritt 2:

Lege Geld in Höhe eines Monatsbruttogehaltes als Notfallrücklage zurück. Warum? Damit du im Falle ungeplanter Ausgaben (Autoreparatur etc.) nicht deine sonstigen Investments teilweise auflösen musst.

Schritt 3:

Überlege dir eine Strategie für die Geldanlage. Ich handele nach dem Buch „Souverän Investieren“ von Gerd Kommer (3. Auflage von 2011, die aktuelle Auflage ist von 2018). Kommer ist Anhänger der Efficient-Market-Theorie (EMT), die im Wesentlichen besagt, dass Wertpapierkurse zu jedem gegebenen Zeitpunkt alle öffentlich zugänglichen Informationen über diese Wertpapiere beinhalten. Das heißt, der Börsenkurs spiegelt zu jeder Zeit den aktuellen Wert eines Unternehmens basierend auf allen bekannten Fakten wieder. Unterbewertete Aktien finden sich somit an der Börse nicht, es sei denn, man verfügt über Insiderwissen.

Teil der EMT ist auch die Random-Walk-Theorie, die besagt, dass historische Kursverläufe keine Aussagen über künftige Kursverläufe zulassen. Das bedeutet, die gesamte Chartanalyse ist praktisch wertlos. Sie funktioniert nur manchmal, weil genug Schafe dem Kauf- oder Verkaufssignal folgen. Aber ob die nächsten Quartalszahlen gut oder schlecht werden, kann die Chartanalyse nicht vorhersagen.

Man kann Anleger, egal ob institutionelle oder private, in 2 Klassen einteilen: Aktive und passive Anleger. Aktive Anleger ignorieren die letzten 2 Absätze, weil sie sich für schlauer als die anderen Marktteilnehmer halten. Sie kaufen und verkaufen, immer in der Hoffnung, die jeweiligen Indizes (Dax, S&P 500, Dow Jones IA, Stoxx 50 usw.) zu schlagen. Leider gelingt es ihnen aber über einen langen Horizont (30 Jahre) nicht, die Märkte auszuperformen. Außerdem kostet das ständige Traden auch noch jedes Mal Gebühren, die vom erzielten Gewinn zehren.

Ich mache es daher wie Kommer und bin ein passiver Anleger. Das bedeutet, mein Ziel ist es nicht, durch viel Traden und ständige Suche nach vermeintlich unterbewerteten Aktien den Index zu schlagen zu versuchen. Mir reicht es, wenn meine Investments genau wie der Index steigen. Über einen langen Zeitraum häuft man damit, ohne große Anstrengung und ohne großen Zeitaufwand ein beachtliches Vermögen an, mehr jedenfalls als 95% aller aktiv gemanagten Portfolios.

Ich verfolge einen strengen Buy-and-Hold-Grundsatz. Das bedeutet, was ich an Titeln kaufe, bleibt für Jahre liegen und wird nicht wieder angefasst. Das bedeutet auch, dass ich meine Transaktionskosten minimiere. Was Daytrader an einem Tag an Transaktionskosten anhäufen, habe ich nicht mal in 5 Jahren. Worin investiere ich? In die günstigste Anlageform für passive Anleger: In ETFs, Exchange Traded Funds, also Börsengehandelte Fonds. Diese haben die niedrigsten TERs (Total Expense Ratio, Gesamtkostenquote) alles Fonds. ETFs, die den S&P 500 nachbilden, haben z. B. eine TER von 0,07%. (Gemanagte Fonds: 1,5% und mehr)

Selbstverständlich muss ein Depot diversifiziert werden. Man kombiniert daher verschiedene ETFs, die sich möglichst nicht überdecken, also ähnliche Aktien enthalten.

Natürlich ist das hier an dieser Stelle etwas knapp gefasst, aber es steht jedem frei, im Internet nach der EMT, der Random Walk Theorie, aktivem und passivem Investment, Buy and Hold Strategie usw. zu googlen oder sich das Buch von Kommer zu kaufen. Übrigens ist die Investorenlegende Warren Buffet z. B. auch ein Anhänger von Buy and Hold.

Schritt 4:

Eröffne bei einer Direktbank (wegen der geringeren Kosten gegenüber der lokalen Sparkasse) ein Depot. Vergleiche die Gebührentabellen der Direktbanken! Überlege dir, welche ETFs du kombinieren willst.

Den amerikanischen Markt decke ich durch einen ETF auf den S&P 500 ab. Den europäischen Markt decke ich durch einen dividendenorientierten ETF auf den Stoxx 600 ab. Den asiatisch-pazifischen Markt decke ich durch den dividendenorientierten ETF „DJ Asia Pacific Select Dividend 30“ ab. Als Beimischung habe ich noch einen dividendenorientierten Emerging Market Fonds. Dessen Anteil am Gesamtinvestment übersteigt aber zu keinem Zeitpunkt 10% des Depots. Später werde ich noch weiter diversifizieren und einen EFT auf REITs (Immobilienunternehmen) und einen ETF auf dem Nasdaq 100 dazunehmen.

Überlege dir, ob du Sparpläne für die ETFs erstellst. Dann kaufst du monatlich für eine fixe Summe Anteile. Oder du machst es so wie ich, immer wenn du eine mittlere vierstellige Summe zusammengespart hast, kaufst du nach deinem Ermessen weitere Anteile an einem der ETFs hinzu. Beachte, dass für manche ETFs keine Sparpläne angeboten werden. Achte aber auf Ausgewogenheit wenn du so investierst!

Schritt 5:

Folge der Buy and Hold Regel. Verkaufe nicht sondern schichte maximal um, z. B. wenn ein ETF vom TER günstiger ist als der, den du aktuell im Depot hast. (Schichte um, wenn z. B. ein neuer ETF auf einen Index aufgelegt wird, dessen TER 0,3% statt 0,4% beträgt.)

Je näher du an das Ende deines Erwerbslebens kommst, umso risikoaverser solltest du werden. Tausche  EFTs wie z. B. auf den Technologie-Index Nasdaq 100 oder Emerging Markets ETFs in risokoärmere EFTs um oder, falls es wieder normale Zinsen gibt, in kurzfristige Staatsanleihen.

Glückwunsch, du hast das Ziel erreicht. Entweder, weil du Rentner geworden bist oder weil du so viel Vermögen aufgebaut hast, dass du von Dividenden und Entnahmen prima leben kannst und deinen Beruf vorzeitig an den Nagel hängst.

Abschließend meine Meinung zu sonstigen Investments:

Immobilien:

Kaufe eine Immobilie nur zur Selbstnutzung. Immobilien zum Vermieten werfen heute minimale bis negative Renditen ab, da selbst für Bruchbuden astronomische Preise verlangt werden. Ärger mit Mietern können leicht zum finanziellen Desaster anwachsen. Mietnomaden können dich ruinieren! Wenn du Eigentum abzahlst, hängt es davon ab, wie hoch dein Zins ist, ob du eher eine Sondertilgung machst oder in ETFs investierst. Ich habe einen Zinssatz von 1,85% bei meinem Immobiliendarlehen. Da mache ich keine Sondertilgungen sondern investiere in ETFs, die allein an Dividendenzahlungen mehr als 2,5 – 4 % abwerfen.

Gold und andere Edelmetalle:

Wenn es dir Spaß macht, kauf dir zum Anschauen und Anfassen ein paar Krügerrand Münzen. Aber mehr solltest du nicht in Gold investieren. Kommer hat in seinem Buch nachgewiesen, dass Gold als Investment nichts taugt.

Einzelaktien:

Analog zu Gold: Wenn du ein bisschen Spaß und Nervenkitzel willst und das Geld zusätzlich zu deinen ETF Investments über hast, dann kauf halt ein paar Aktien. Beachte, dass du nicht wissen kannst, ob die Aktie besser oder schlechter als ein Index performt. Niemand kann dir sagen, ob z. B. VW besser performt als z. B. der STOXX Europe 600 Automobiles & Parts UCITS ETF. Erst in 10 Jahren weißt du, ob VW oder Tesla die bessere Wahl gewesen wäre.

Rohstoffe:

Niemals als echte Rohstoffe. Wenn du in Rohstoffe investieren willst, kauf dir ETC (Exchange Traded Commodities), das Pendant zu ETFs für Rohstoffe. Kommer hat in seinem Buch aber gezeigt, das Rohstoffe kein gutes Langfristinvestment sind.

Optionen, Cryptowährungen, Anteile an Hedgefonds:

Rendite kommt von Risiko.  Alle oben genannten Investments versprechen überdurchschnittliche Rendite mit dem Nachteil des extremen Risikos. Optionsscheine werden faktisch wertlos, wenn das Ziel des Optionsscheins nicht erreicht wird. Hedgefonds sind Blendnummern, die vielen Skandale erzeugt haben. Kommer zeigt in seinem Buch, dass Hedgefonds bei zu hohen Gebühren und Risiken unterdurchschnittliche Performance bieten. Bei Bitcoins und Co ist der Zug inzwischen abgefahren. Wie bei allem Neuen hätte man einsteigen müssen, als man Bitcoins noch zu Hause am eigenen PC minen konnte. Heute kann man bestenfalls noch wie bei Aktien auf steigende Kurse setzen. Aber hinter Cryptowährungen steht kein Wert. Meiner Meinung nach totaler Hype. Angriffe auf Bitcoin Börsen und Diebstahl von Bitcoins aus den Wallets der Besitzer zeigen, wie unsicher das ganze ist. Die größte Gefahr geht aber von möglicher staatlicher Regulierung aus. Dann ist das Eldorado endgültig vorbei.

Kunst:

Nur wenn du davon wirklich etwas verstehst. Nein, eigentlich auch dann nicht. Nur wenn du dir etwas als Dekoration in dein Heim stellen oder an die Wand hängen willst.

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