Argento – die ganze Wahrheit

Vor einigen Tagen schrieb ich über die Bigotterie der italienischen Schauspielerin und #metoo-Ikone Asia Argento. Inzwischen hat sich die Geschichte weiterentwickelt.

Was tut Argento: Leugnen. Kennt man. Der Spiegel nimmt das Thema aber sofort dankbar auf und veröffentlicht einen Artikel dazu. (Link) Schließlich muss hier der Ruf der #metoo Bewegung gerettet werden.

Ich dementiere und weise den Inhalt des von der „New York Times“ veröffentlichten Artikels, der in den internationalen Medien zirkuliert, zurück.

Zitat Asia Argento

Also sind die von Anwälten erstellten Dokumente und die Zahlung von 380.000$ und die Übertragung der Bildrechte eines im Bett aufgenommenen Fotos an Argento alles Fake News? Wer soll das denn glauben? Zumal drei Zeugen die Echtheit der Dokumente bestätigt haben.

Weiter sagt Argento: Sie sei „zutiefst schockiert“ über die „absolut falschen“ Nachrichten und sprach von „Verfolgung“.  Eine sexuelle Beziehung mit Bennett habe sie nie gehabt.

Die 380.000$ seien kein Schweigegeld sondern geflossen, um Bennett zu helfen, der gerade im Karrieretief war und wohl dringend Geld brauchte. Sehr liebenswürdig von Argento, zumal das Geld nicht von ihr selbst, sondern von ihrem damaligen Freund Anthony Bourdain stammt, der sich inzwischen das Leben genommen hat. Ob Argento da auch ihre Finger mit im Spiel hatte?

Auch andere melden sich zu Wort, unter anderem die Begründerin von #metoo, Alyssa Milano:

Menschen, die missbraucht wurden, können auch zu Tätern werden. Und das ist eine traurige Tatsache.

Relativiert Milano da womöglich die Tat von Argento? Es ist bekannt, dass Opfer von Vergewaltigung häufig später selbst zu Tätern werden. Weiter sagt sie: Sie habe Argento weder getroffen noch habe sie ihre Stimme als führend in der Bewegung wahrgenommen.

Aha, Rückzugsgefechte, bzw. Argento wird im Namen der guten Sache fallengelassen.

Aber wir sind noch nicht fertig. Während der Spiegel die Sache nicht mehr weiter verfolgt, gibt’s neue Details in der Britischen Presse:

Die Daily Mail schreibt:

Argento denied having sex with her „Heart is Deceitful Above All Things“ costar Jimmy Bennett in a statement on Tuesday. The Actress admitted to having sex with Bennett however in text messages she allegedly sent to a friend on Monday that were published by TMZ. 

It wasn’t raped but I was frozen. He was on top of me. After, he told me I had been his sexual fantasy since was 12.

SMS (englisch text message) von Asia Argento

es gibt auch einen Chat mit einer weiteren Person (gekürzt):

Argento: The public knows nothing, only what NYT wrote. Which is one sided. The shakedown letter. The horny kid jumped me

Friend: So it was rape? Or an attempted secual Action?

Argento: has sex with him it felt weird. i didn’t know he was a minor until the shakedown letter.

[…]

Friend: What’s up with the photo taken in bed? I think that’s one that will be harder to cushion. Images are annoyingly assumption nation

Argento: You can see my tits. That’s all. It Doesn’t mean s*** [shit]

Friend: You worked with him previously how did the age thing escape? I mean 16 is the age of consent in most countries around the world So I was actually shocked about the 17 thing

Argento: 15 in France and Italy

Friend: Oh whoa

Argento: When I was 17 I wa with a 33 year old man for years I had just turned 17

Also doch! Da hilft alles Lügen, alle Schweigegelder, alles Vertuschen nicht. Dass die Leute es nicht kapieren. Jedes Geheimnis, das mehr als eine Person kennt, kommt irgendwann raus. Irgendwer hat immer noch eine Rechnung offen, ist gekränkt, beleidigt, neidisch, will sich wichtig machen oder was weiß ich. Aber es geht noch weiter:

Argento said in her statement that it was her late boyfriend Anthony Bourdain who convinced her to settle with Bennett, which these new texts confirm.

Jetzt ist also der tote Freund derjenige, der die Idee mit dem Schweigegeld hatte. Wie praktisch, da man diese Aussage leider nicht mehr überprüfen kann. Argento will jedenfalls keine Verantwortung für den Vorgang übernehmen. Kommt einem irgendwie bekannt vor…

She also claims to have been unaware that the boy was a minor in the alleged texts, despite correctly stating the boy’s age in a tweet months before.

Ja klar, wer soll das denn glauben. Argento war wie eine Mutter und Mentorin zu dem Jungen. Er hat in einem Film mitgespielt, in dem sie die Hauptrolle gespielt und die Regie geführt hat. Und da hat sie nicht gewusst, wie alt der Junge ist? Hält die alle für bescheuert?

Ja, Leugnen, Vertuschen, Verantwortung abschieben und die Unwissende spielen. Klassisches Muster, wie man es aus fast jedem Vergewaltigungsprozess kennt, bei dem ein Mann der Täter war.

Übrigens zeigt die Daily Mail auch noch das besagte Selfie mit den beiden im Bett. Schaut man sich Bennett genau an, sieht man, dass er wirklich noch ein Kind ist.

Aber es geht noch immer weiter: Die von Anthony Bourdain bezahlte Summe von 380.000$ entsprachen ungefähr der Hälfe seines Bar- und Anlagevermögens. Insgesamt betrug sein Vermögen rund 1,2 Millionen $. Ein Drittel seines gesamten Vermögens gab der Gute also für Argento her, die ihm mitteilte, dass sie selbst leider pleite sei.

Nimmt man all das zusammen, muss man leider attestieren, dass Asia Argento kein Opfer ist, sondern ein Monster. Sie treibt es mit einem Minderjährigen und lässt ihren Freund das Schweigegeld bezahlen, da sie selbst natürlich kein Geld hat. Vielleicht sollte man den Selbstmord ihres Freundes (Juni 2018!) nochmal genauer unter die Lupe nehmen!

Sicher, Argento ist ein Extrembespiel. Aber es zeigt, wie manipulativ und gefährlich Frauen sein können. Argento hat uns gleichwohl den Gefallen als Prominente getan, zu zeigen, dass sexueller Missbrauch auch von Frauen begangen wird. Jahrzehnte lang hat man geglaubt, Frauen wären dazu nicht in der Lage. Der Feminismus hat Männer pauschal als Täter beschimpft (Väter sind Täter und ähnliche Sprüche). Damit ist jetzt zum Glück endlich Schluss. Jedenfalls muss Argento der Prozess gemacht werden.

Andere ziehen schon Konsequenzen: Ihren Auftritt beim „Le Guess Who Festival“ in den Niederlangen wird sie nicht wahrnehmen und in ihrer Rolle als Jurorin bei der italienischen Casting Show „X Factor Italy“ wurde sie gefeuert.

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