Zur Sache Schätzchen (5)

Ich verstehe es zwar nicht, aber Frauen haben immer noch Probleme, Männer zu verstehen bzw. zu deuten. Dabei sind Männer im Vergleich zu Frauen wirklich keine schwer zu lesenden Menschen. Aber da ich heute einen guten Tag habe, gibt es heute wieder Nachhilfe für Frauen, die von Männern anscheinend keine Ahnung haben.

Wer kennt das Gejammer von Karrierefrauen nicht? Sie finden keinen Mann. Kein Mann traue sich heran, Männer würden sich gegenüber der Karrierefrau minderwertig fühlen.

Auf der Webseite der Klatschzeitung „Für Sie“ hat die Redaktion einen Artikel dazu veröffentlicht. (Link) Es ist kein Autor unter dem Artikel angegeben, aber ich vermute, es war eine Frau. Zumal im Artikel neben der Karrierefrau, die keinen Mann findet, nur ihre beste Freundin zu Wort kommt.

Also, Frauen, aufgepasst, wenn ihr keinen Mann findet, fragt nicht eine andere Frau, fragt Männer, woran das liegt!

Fangen wir vorne an. Bis zum Punkt, wo sie sich von ihrem Freund trennt ist alles OK. Menschen haben unterschiedliche Karriereziele und wenn einer sehr ehrgeizig ist und der andere nicht, funktioniert das auf Dauer nicht.

Was ein Mann, den ich mir seit einigen Jahren so sehr wünsche, da noch soll, ist vielen meiner Bekannten ein Rätsel. „Ich hätte Angst vor dir“, sagte mir gerade ein männlicher Kollege. „Du wirkst so stark, als könntest du eigentlich alles allein, und dann verdienst du auch noch super. Da ist doch gar kein Platz für einen Mann.“

Statt diese Aussage zu analysieren, erzählt die Autorin die Geschichte weiter. Großer Fehler! Der Satz „Ich hätte Angst vor dir“ hätte bei der Karrierefrau sofort die Alarmglocken läuten lassen müssen. Natürlich hat der Mann nicht wirklich Angst vor ihr, aber ihr hartes Businessauftreten steht leider im totalen Kontrast zu dem, was sich die meisten Männer bei einer Frau wünschen: Eine Frau, die Weiblichkeit versprüht, empathisch ist, hübsch zurechtgemacht ist und attraktiv aussieht. Keine Businessdrohne, die im Kampfanzug (Hosenanzug oder anderer, uniformähnlicher Businessdress, falls frau nicht kapiert was gemeint ist) durch die Firma rauscht und Aufträge im Kommandostil am Konferenztisch verteilt.

Frauen, euch sollte klar sein, dass euer beruflicher Erfolg für die meisten Männer sekundär ist. Auch der zweite Satz hätte analysiert werden müssen, dass dies unterblieb macht den Artikel insgesamt ein Stück weit für Frauen wertlos. Warum ist das Gehalt einer Frau, vor allem einer Karrierefrau ein Problem? Weil Männer wissen, dass Frauen nach oben, minimal horizontal daten. Männer wissen, dass Frauen sich im Unterbewusstsein einen Mann suchen, der noch erfolgreicher ist, als sie selbst. Das nennt man dann „Ernährer suchen“. Hunderte Generationen von Frauen handelten früher nach diesem Prinzip und deshalb ist es auch in der Karrierefrau von heute noch im Unterbewusstsein verankert. Männer wissen dass und haben daher kein Interesse an einer Beziehung mit dieser Frau, wissen sie doch, dass der Gehaltsunterschied auf Dauer die Beziehung belastet. Frau wird den Mann nämlich unterbewusst als Schwächling und nicht gut genug erachten. Selbst wenn sie keinen einzigen Euro von ihm bräuchte. Schließlich kann sie ihn auch nicht im Freundeskreis herumzeigen, wenn er finanziell keine heiße Nummer ist. Auch die Aussage, „Da gibt es doch gar keinen Platz für einen Mann“ muss untersucht werden. In der Tat sind Karrieren in Unternehmen mit hoher Arbeitsbelastung und langer Verweildauer in der Firma verbunden. Und wenn Frau dann nach Hause kommt, ist sie müde und häufig wegen des schlechten Arbeitsklimas in den Chefetagen schlecht drauf. Ein Mann auf gleicher Ebene (horizontal oder hochdaten) hat aber das gleiche Problem. Also sieht man sich eh kaum und wenn dann müssen beide ausruhen und Stress abbauen. Sex? Unter diesen Umständen? Eher nicht…

Was Frau natürlich auch fehlt, und das lernen wir im nächsten Absatz, ist ein Verständnis für seine finanziellen Verhältnisse. Sie findet einen coolen Typen, der finanziell aber nicht mit ihren 4000€ netto mithalten kann. Das interessiert sie aber nicht die Bohne und sie schleppt ihn beim ersten Date gleich in einen Schickimicki Laden, der oberhalb seiner Preisklasse ist. Das Date war daher von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

Ich möchte mich nur nicht dafür rechtfertigen müssen, dass ich in schicke Bars gehe und in einer schönen Wohnung lebe. Ich arbeite in manchen Wochen 60 Stunden für meine 4000 Euro Monatsgehalt und lasse es mir in meiner wenigen freien Zeit auch mal gut gehen.

Da hab ich volle Punktzahl erreicht würd ich meinen. (Siehe oben)

Kann ein Mann, der halb so viel verdient, das Gleiche wollen wie ich? Die gleichen Wünsche, Träume haben? Ich war mir immer sicher: Nein, das geht nicht.

Bingo! Und wieder gewonnen. Was sagte ich über horizontales oder Hochdaten? Toll ist auch, dass frau einem Mann, der weniger als sie verdient, abspricht, die gleichen Wünsche und Träume haben zu können. Wie verzerrt ist das denn? Aber eigentlich klar, denn das Problem unserer Karrierefrau ist: „Ich Ich Ich Ich Ich“. So kann man keine Beziehung anbahnen und führen.

Tada, es folgt der Auftritt der besten Freundin. Sie sagt, „gib ihm doch eine Chance“. Was sie nicht meinte, aber unsere Karrieretussi dachte:

Also kann ein Mann sich nur für eine Frau begeistern, wenn er sich ihr überlegen fühlt?

Ich hole an dieser Stelle ein Stück weit aus: Ja, für hunderte von Generationen war dass das gesellschaftliche Modell. Der Mann war überlegen, sorgte für ein Dach über dem Kopf, Geld und Essen auf dem Tisch etc. Die Frau hütete das Haus und kümmerte sich um den Nachwuchs. Nicht das ich dieses Modell für die heutige Zeit für akzeptabel halte. Nur hat sich der Wandel der Geschlechter nicht gleichmäßig vollzogen. Frauen stehen heute alle Möglichkeiten offen und sie nutzen sie auch. (Was gut ist!) Sie machen Karriere und brauchen keinen Mann mehr als Versorger. Eine neue, passende Rolle für Männer wurde parallel dazu aber nicht entworfen und so sieht sich der Mann an der Seite einer Frau, die seine Rolle besser ausfüllt als er selbst, natürlich mehr oder weniger in der Sinnkrise. Was ist seine Aufgabe noch? Sie verdient mehr als er und genug, um sich und ihn zu versorgen. Sie braucht in unser heutigen Gesellschaft auch keinen Beschützer mehr, solange sie nicht in irgendwelchen no go Areas herumläuft. Und dann sind da noch die im Unterbewusstsein verankerten Geschlechterrollen. Die meisten kann der Mann nicht mehr erfüllen. Was passiert also? Sie hält ihn über kurz oder lang für einen Schlappschwanz. Sex? Lächerlich. Dafür holt sich frau dann lieber einen heißen Bad Boy ran. Der muss nicht mal was erreicht haben. Ist egal, Frau kann sich ja bestens selbst versorgen. Was glaubt ihr, wieso das Phänomen „toy boy“ erst seit wenigen Jahren auftritt?

Aber zurück zum Artikel. Unsere Karrierefrau findet das alles nicht fair. Kein Wunder, ist sie doch durch und durch ichbezogen. Ihre Freundin ist da schon ein bisschen schlauer:

Warum musstest du ihn dann in diesen Schickimicki-Schuppen bitten? Das ist fast so, als wolltest du von vornherein klarstellen, in welcher Liga du spielst. Dabei geht es dir doch gar nicht ums Geld.

Sie hat das Problem richtig erkannt. Nur ihre beste Freundin nicht richtig durchschaut. Denn es geht der Karrieretussi eben doch ums Geld. Bezeichnend ist, dass die Freundin den Begriff Liga verwendet. Und ja, hier spielten die Karrierefrau und ihr männliches Date in unterschiedlichen finanziellen Ligen. Und das ist für die Karrierefrau ein Problem. Ein Problem, das so gravierend ist, dass sie gar nicht mehr untersucht, ob sie und er in anderen Bereichen (Interessen, Hobbies, Reisen, Studium) in der gleichen Liga spielen.

Im nächsten Absatz kommt die überraschende Wende:

Ich wünsche mir ganz andere Dinge, zum Beispiel Geborgenheit, irgendwann eine Familie. Und wenn ich mir ein Wunschbild von meiner Zukunft ausmale, sehe ich gar nicht einen erfolgreichen Business-Typen an meiner Seite. Keinen Manager mit übervollem Terminkalender, der auch 60 Stunden in der Woche arbeitet.

Da sitz ich nun hier und kratze mich am Kopf. Woher kommt diese 180 Grad Wendung und warum handelt sie nicht danach? Sie will weiter Karriere machen und sucht einen Mann, der ihr den Rücken frei hält. Komisch. Mit umgekehrten Vorzeichen war das früher Standard und wurde von den Feministinnen Jahrzehnte lang kritisiert. Aber wenn es dann heißt, hinter einer erfolgreichen Frau steht immer ein Mann, ist das OK? Verdammte feministische Doppelmoral!

Das Geld ist in dieser Zukunftsfantasie kein Hauptdarsteller. Viel wichtiger ist doch, dass alles andere passt.

Sorry, die Nummer nehme ich der Karrierefrau in diesem Artikel nicht ab. Ihr Handeln widerspricht diesem Gedankengang 100%, aber passt 100% zum klassischen Geschlechtermodell, dass noch in ihren Genen/Unterbewusstsein steckt.

Der Artikel endet mit dem Selbstmitleid der Karrierefrau, dass sie keinen Mann findet, obwohl sie sich das doch so wünscht.

Und mit der Einstellung kann ich nur sagen, hoffentlich bleibt sie auch weiterhin Single. Mit ihren 4000€ netto (vermute ich mal, 4000€ brutto wäre ja nix besonderes, wird im Artikel aber nicht spezifiziert) ist sie jetzt auch nicht die ganz große Nummer.

Mich würde sie jedenfalls nicht beeindrucken. Was ich aber der Gesellschaft, den Feministinnen und allen, die sich mit Rollenbildern beschäftigen vorwerfe, ist, dass es kein passendes, neues Rollenbild für Männer in Beziehungen mit Frauen gibt, die ihr eigenes Geld verdienen und dabei die meisten Männer überflügeln.

Habe ich eine Lösung für die Karrierefrau? Soll das ein Witz sein? Ich bin ein mgtow! Das ist gewissermaßen auch eine Antwort, aber keine, die Feministinnen hören wollen. Vielleicht sollte die Karrierefrau über die Anschaffung einer Katze nachdenken?

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