Der Simp des Monats

Kennt noch jemand Christian Wulff? Der peinlichste Bundespräsident, den die Republik je erleben durfte? Dessen unrühmlicher Abgang im gellenden Pfeif- und Vuvuzelakonzert, das nicht einmal vom großen Zapfenstreich der Bundeswehr übertüncht werden konnte, in die Geschichte eingegangen ist?

Seine unheilige Allianz mit falschen Freunden wie Carsten Maschmeyer oder dem Bild Chefredakteur soll hier aber nicht das Thema sein.

Christian Wulff hat auch in Bezug auf das weibliche Geschlecht eine blamable Vorstellung hingelegt. Vielleicht liegt es schon in seiner Scheidungskindheit, denn als der kleine Christian 2 Jahre alt wurde, trennten sich seine Eltern und er wuchs bei seiner Mutter auf. Und wie wir heute wissen, gibt es nichts Schädlicheres für einen Jungen, als bei einer alleinerziehenden Mutter und damit ohne männliches Rollenvorbild aufzuwachsen. 1988 heiratete er die 2 Jahre jüngere Christiane Vogt. Der biedere Christian, optisch wie ein Sparkassenberater daherkommend und daher der Traum aller Schwiegermütter, heiratete eine ähnlich unscheinbare Christiane und bekam mit ihr eine Tochter. (Bild im Focus Artikel hier). 2006 trennten sich die beiden und im Februar 2008 wurde die Ehe geschieden, weil zuvor eine neue Frau in Christians Leben getreten war: Bettina Körner, die Christian Wulff auf einer Dienstreise in ihrer Funktion als Pressereferentin der Continental AG kennenlernte. Wulff war damals Ministerpräsident von Niedersachsen mit Ambitionen auf mehr. Im März 2008 heirateten die beiden, die 14 Jahre jüngere Bettina wurde vorher schon schwanger, so dass im Sommer 2008 der gemeinsame Sohn Linus geboren wurde. (War klar oder?) Im Juni 2010 wurde Wulff Bundespräsident und damit Staatsoberhaupt. Das hat sich für die finanziell klamme Bettina wirklich gelohnt. Schließlich war die studierte (ohne Abschluss) Bettina vorher nur Pressereferentin und alleinerziehende Mutter eines Sohnes (Leander, OMG) gewesen. Ihr Ex war auch nur einfacher Immobilienmakler gewesen. Dumm nur, dass der liebe Christian echte und falsche Freunde nicht unterscheiden konnte und über kein politisches Gespür verfügt. Während man über Frau Merkel sagt, dass sie sich nicht einmal auf einen Kaffee einladen lässt, machten die Wulffs ganz ungeniert Urlaub auf Kosten des halbseidenen Unternehmers Carsten Maschmeyer, der seine Karriere mit der unseriösen Drückerkolonne AWD begann. Und so nahm das Unheil seinen Lauf. Im Februar 2012 war der öffentliche Druck schließlich so groß, dass Wulff nach nur 18 Monaten vom Amt des Bundespräsidenten zurücktreten musste. Tja, und dann erlebte Wulff, was vielen Männern schon passiert ist:

Job weg = Frau weg

Im Januar 2013 verlies sie Christian, die Ehe wurde allerdings nicht geschieden. 2015 kamen beide wieder zusammen, heirateten sogar im Oktober 2015 kirchlich. Im Oktober 2018 kam dann aber doch das endgültige Aus.

Bettina, die sich schon bei der Rücktrittserklärung sichtlich von ihrem Mann distanzierte, veröffentlichte im September 2012 auch noch ein Buch über ihre Zeit als First „Lady“ mit dem Titel „Jenseits des Protokolls“. Die Autobiographie enthält wenig Schmeichelhaftes über ihren Christian:

Adrett, solide, gebildet und absolut seriös erscheinend: Als konservativer Politiker, als Katholik und fürsorglicher Familienvater war Christian Wulff sicher so einiges, zum Beispiel der Liebling vieler, wenn nicht gar aller Schwiegermütter, aber ganz gewiss war er kein Womanizer.

oder:

Wenn ich mich früher mit meinen Arbeitskollegen und vor allem -kolleginnen über Christian Wulff unterhalten habe und wir ihn uns in der Zeitung anschauten, fragten wir uns schon: Was findet eine Frau an diesem Mann? Irgendwie fehlten da ein paar Ecken und Kanten, etwas Besonderes und Eigenes. Christian Wulff wirkte glatt, wie der klassische Juristentyp. In puncto Kleidung kannte er scheinbar keine Alternative zu einem dunkelblauen Anzug und die Auswahl seiner Brillen war auch nicht gerade spektakulär.

oder:

was ich ja einmal selbst dachte: Wie kann sich eine junge Frau in einen Mann wie Christian Wulff verlieben?

oder über das Kennenlernen auf dem Flug nach Südafrika:

Dieser sprang dann kurz vor dem Start plötzlich auf, stieß sich noch den Kopf an der Gepäckablage, kam zu mir, beugte sich leicht vor, streckte mir die Hand entgegen und meinte: »Guten Tag, darf ich mich vorstellen? Ich heiße Christian Wulff.« Die Situation hatte schon Slapstick-Züge

oder:

Er war für mich trotz seines ja durchaus hohen Politikerdaseins so normal, so aufgeschlossen, so – und dies soll nicht negativ klingen (ja klar!) – wenig spektakulär, dass ich mich an seiner Seite wohlfühlte

usw.

Mehr Nachtreten geht irgendwie nicht oder? Gut, Biographien von Möchtegernprominenten liegen schon nach wenigen Monaten in der Grabbelkiste und werden danach wie Altpapier recycled, aber dennoch hat Bettina ihrem Mann vor der gesamten Republik lächerlich gemacht.

Aber nur ein Simp wie Christian Wulff hält weiter zu so einer Frau wie Bettina, heiratet sie später sogar kirchlich, nur um dann letzten Monat den finalen Arschtritt zu bekommen.

Aber, wie ich schon an anderer Stelle schrieb, jeder ist nützlich, selbst wenn er nur als abschreckendes Beispiel dient. Männer, die sich von Frauen um den Finger wickeln lassen, die Frauen auf Podeste stellen, die sich selbst erniedrigen werden von Frauen eben nicht ernst genommen. Mein Beileid hält sich in Grenzen.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s