Junge Männer haben gar nichts

Das Zentralorgan der Bionade-Bourgeoisie, der moralisch Überhöhten, der selbstgerechten Schnösel, die „Zeit“, hat ein Interview mit dem kanadischen Psychologieprofessor Jordan Peterson geführt. (Ausgabe vom 7.2.2019, Feuilleton Seite 35) Peterson ist ein echter YouTube Star geworden, seit er mit seinen Thesen fast seinen Job an der Universität Toronto verloren hat.

Ich persönlich habe ein zwiespältiges Verhältnis zu Peterson. Er ist nämlich tendenziell ein Vertreter der Alt Right Bewegung und hat sich mehrfach negativ über mgtow geäußert. Nun, das ist sein gutes Recht und in vielen anderen Punkten kann ich ihm ja durchaus zustimmen. Was ich an der Alt Right Bewegung nicht mag ist, dass sie ein Männerbild propagieren, dass heute einfach sinnlos ist. Männer sollen hart arbeiten, Risiken eingehen, Frauen auf Händen tragen, ein Kavalier alter Schule sein. Man up! ist bei Alt Right genauso eine Forderung an die Männer wie bei den Emanzen. PragerU und „thegoodmenproject.org“ sind typische Institutionen, denen man unbedingt mit Misstrauen begegnen sollte! (Deshalb auch ohne Verlinkung)

Kommen wir aber nun zu Thesen von Peterson, denen ich vorbehaltlos zustimmen kann.

In Schweden werden Männer und Frauen auf dem Arbeitsmarkt vor allem deshalb ungleich beschäftigt und entlohnt werden, weil sie es genau so wollen.

Das gilt eigentlich in allen westlichen Ländern, auch in Deutschland. Warum ist das so und warum gab es in Schweden einen riesen Aufschrei deswegen?

Weil es ein unlösbares Problem ist. Es war auch für die Psychologen ein Schock, als sie es entdeckten. Wenn Sie Männern und Frauen nahezu gleiche Chancen geben, dann wird die Ungleichheit größer, nicht kleiner. Das liegt zu einem Teil an den unterschiedlichen Interessen von Männern und Frauen. […] Frauen arbeiten lieber Teilzeit als Männer. Weil sie eine Familie haben und einen überwältigenden Anteil ihrer Zeit dieser Familie widmen.

Ein großes Missverständnis hat die Politik in Schweden  gemacht:

Die Annahme, dass gleiche Chancen auch Gleichheit nach sich zögen – das Gegenteil ist der Fall.

Das Problem mit Ideologien wie dem Feminismus ist, dass er für alle Frauen sprechen will. Abweichler werden nicht akzeptiert. Nicht alle Frauen sehen ihr Glück darin, eine kinderlose, seelenlose Karrieristin zu werden. Andere möchten lieber eine Familie gründen und sich um die Kinder kümmern. Diese Abweichlerinnen in den eigenen Reihen erzürnen diese Hardcore Ideologen genauso wie das vermeintliche Patriarchat. Das große Gleichmachen war der Fehler in der Ideologie der Kommunisten. Es hat Millionen Tote gekostet, bis die Welt sich davon befreien konnte.

Zum Gender Pay Gap:

Genau genommen gibt es keinen Gender-Pay-Gap, sondern einen Motherhood-Pay-Gap. Frauen erleiden einen ökonomischen Rückschlag, wenn sie sich entschließen, Mutter zu werden.

Als mgtow bin ich hier voll auf der Seite der Frauen: Nicht heiraten, keine Kinder kriegen, genauso viel (oder sogar schon mehr) Geld im Beruf verdienen wie Männer, keine Beziehungen eingehen, sondern Teil der Hookup Culture werden! Wenn Sex einfacher, häufiger und leichter zu haben ist, ist das Leben für Männer auf jeden Fall schöner.

Antwort auf den Einwand des Journalisten, dass auch Männer zu Hause bleiben könnten:

Ich glaube nicht, dass das funktioniert, insbesondere weil Frauen den niedrigeren Status ihrer Männer nicht tolerieren können, der damit verbunden ist.

So ist es doch schon immer gewesen. Frau will, egal ob sie es muss oder nicht, zum Mann aufschauen können. Er muss mehr verdienen, größer sein, im Freundinnenkreis vorzeigbar sein (Trophy Man), ein bisschen Macho (aber nicht zu viel) sein, ein bisschen Softie sein (aber bloß nicht zu viel), die Frau bespaßen können, alle handwerklichen oder körperlich schweren Aufgaben übernehmen und um Gottes Willen nicht jammern. Dann, und nur dann läßt Frau sich dazu herab, sich mit dem Mann einzulassen.

Über Incels und die Gewalttätigkeiten, die von einer kleinen Anzahl der Anhänger dieser Ideologie ausgeht, führt die Diskussion zu Monogamie.

Es gibt eine starke Neigung vieler Kulturen zu erzwungener Monogamie, auch Gesetze können dies begünstigen. Ein Grund dafür ist, dass polyamore Kulturen extrem gewalttätig werden. Jeder weiß das.

Ich muss zugeben, dass ich zu dieser These mangels Auseinandersetzung damit keine fundierte Meinung habe. Aber Peterson wird das schon ordentlich durchleuchtet und bewertet haben. In polyamoren Kulturen wird es wohl immer Männer geben, für die keine Partnerin abfällt. Die Incels wären ein Beweis dafür, dass Teile dieser polyamoren Gesellschaft zu Gewalt oder zumindest zu Gewaltfantasien neigen können.

In vielen meiner Vorträge erkläre ich jungen Männern, dass nicht die Frauen das Problem sind, wenn sie permanent zurückgewiesen werden.

Nun, hier muss ich Peterson zumindest in Teilen widersprechen. Aus der Sicht der jungen Frauen ist ihr Verhalten natürlich ok. Schließlich sind sie im Alter zwischen 18 und 30 auf der Spitze ihrer Attraktivität für das männliche Geschlecht. Aber gewollt oder ungewollt weisen Frauen nun einmal den Großteil der Männer ab. Und hier hat sich seit Jahrhunderten nichts geändert, auch im Zeitalter der sog. Gleichberechtigung nicht. (Man nennt das auch Rosinenpickerei.) Der Mann bewirbt sich bei der Frau und holt sich in den meisten Fällen einen Korb ab. Ausnahmen sind natürlich die optisch und sexuell sehr attraktiven Männer. Für diese ist die Welt ein Paradies. Für alle anderen eher ein Trauerspiel, zumindest aber eine sexuelle und beziehungstechnische Einöde. Erst in jüngster Zeit ist mit mgtow eine Bewegung entstanden, die Männern hilft, aus dieser Position der Schwäche auszubrechen. Aber wie gesagt, Peterson ist kein Freund von mgtow, er ist ein Alt Right, einer der Männern „Man up“ ins Gesicht brüllt.

Aber seine Analyse, warum Männer Probleme mit Frauen haben, ist korrekt:

Das, was immer falsch lief. Warum sind sie für eine vernünftige Frau nicht attraktiv? Junge Männer haben gar nichts, keine Begabung, keine Fähigkeiten, keine Erfahrung. Sie haben Jugend und Potenzial, das ist schon was, aber …

Warum interessieren sich junge Frauen weniger für gleichaltrige Männer? Weil sie noch nicht genug sozialen Status haben, beruflich noch nichts erreicht haben, finanziell erst am Anfang stehen. Da ist ein Mann, der 10 Jahre weiter ist, interessanter. Eine eigene Wohnung, Auto, finanziell und beruflich etabliert, ist er für die Frau auf dem Höhepunkt ihrer optischen und sexuellen Attraktivität der Gewinner.

Eine wichtige Eigenschaft für die Paarungsattraktivität ist die Jugend von Frauen. Sie ist für Männer in Bezug auf Frauen viel wichtiger als umgekehrt – das gilt für alle Kulturen denn Jugend bei Frauen wird mit Fruchtbarkeit assoziiert.

Ganz generell ist die optische und sexuelle Attraktivität von jungen Frauen die für die meisten Männer wichtigste Eigenschaft. Familien- und Scheidungsrecht lassen Ehe und Kinder heute für Männer unattraktiv werden. Aber gegen die Biologie können wir uns wenig wehren.

Was können die jungen Männer den Frauen entgegensetzen?

Sie haben sich noch nicht etabliert, also sind viele von ihnen nicht besonders attraktiv. Frauen auf Dating-Sites bewerten 85 Prozent der Männer unterdurchschnittlich, Männer bewerten Frauen fifty-fifty.

Kleine Anmerkung am Rande, der entsprechende Eintrag im OK Cupid Blog wurde inzwischen gelöscht. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Der Journalist fragt dann, ob junge Männer also Probleme haben, weil sie der schwächere Part der Beziehung sind. Darauf Peterson:

Ja, und sie werden sehr ärgerlich deswegen.

Und ärgerlich war sicherlich jeder junge Mann deswegen schon einmal. Ich war es auch. Oft. Aber, wie gesagt, sich über die Abweisung einer Frau zu ärgern ist normal und gehört zu den Standarderfahrungen jedes jungen Mannes. Wäre es andersherum, ich möchte das Gejammer und Geschrei der Frauen mal hören.

Peterson über Peterson:

Schon vor langer Zeit habe ich einen Entschluss gefasst: Ich berechne nicht die Konsequenzen dessen, was ich sage. Ich sage, was ich denke. Das ist ein ganz anderer Seinszustand. Ein fundamentales Element des Glaubens an die Macht der Wahrheit ist, dass man nicht plant.

Das ist typisches Alpha Gehabe und sicher so nur umsetzbar, wenn man keinen wirtschaftlichen und sozialen Zwängen ausgesetzt ist. Ich denke mal Peterson hat mittlerweile ausgesorgt und was die Welt über ihn denkt, geht ihm am Allerwertesten vorbei. Ich orientiere mich da mehr am Sigma. Zumal ich den Zustand der wirtschaftlichen Unabhängigkeit noch nicht erreicht habe und es noch genug Menschen in meinem unmittelbarem Umfeld gibt, deren Meinung über mich mir nicht egal ist. Von daher, herzlichen Glückwunsch Herr Peterson für das Erreichen von wirtschaftlicher und sozialer Unabhängigkeit!

Aber der ewige Kampf des Unangepassten wäre mir auf Dauer zu anstrengend. Wie schon öfter geschrieben: mgtow heißt, unter dem Radar segeln. Der Sigma überdauert den Alpha. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold!

Werbeanzeigen

Von Donuts und anderen Löchern

Es herrscht wieder Hysterie im Hühnerkäfig sexuell frustrierter Emanzen, wenn man bento, dem Magazin für die verblödete Generation Schneeflocke, glauben darf. Das Gegacker erreicht neue Höchstwerte auf der Dezibel Skala. Was ist der Stein des Anstoßes? 3 Wörter, von den Werbefachleuten von Lidl kombiniert.

Loch ist Loch.

Lidl

Loch ist Loch. Umringt ist diese logisch einwandfreie Aussage von 4 runden Gebäckstücken aus ungesunden Weizenmehl, die auf den Namen Donut oder Bagel hören.

Und aus sowas konstruieren Feministinnen Sexismus. Weil: „Loch gleich Vagina gleich Frau“. Kann frau so sehen, muss frau aber nicht. Aber mit Feministinnen ist es wie mit der extremen Linken, die sieht auch hinter jeder Mauer und unter jedem Stein irgendwelche fehlgeleiteten Rechtsextremisten. Feminazis brauchen eben ein klares Feindbild. Und das lauert überall. In der Werbung, am Arbeitsplatz, überall Sexismus! Wo ist der nächste Safe Space?

Jedenfalls hat Lidl das Baguette den Schwanz eingezogen und die Werbung gelöscht und sich auch noch entschuldigt, nachdem man anfangs sogar noch hämisch auf die ersten Kommentare reagiert hatte. Dabei kann die Sache doch eh nicht mehr ungeschehen gemacht werden, da das Netz nichts vergisst. Ein bisschen was zum Nachlesen gibt’s hier.

Aber nicht alle Frauen denken so negativ über ungesundes Backwerk. Seht selbst:

donuts

Jede mit dem alterstypischen Donut in der Hand. 😉

Blow me up, Tom!

Neues aus der Bloggerszene

Das Sprichwort

Der Bericht über meinen Tod wurde stark übertrieben.

wird dem Schriftsteller Mark Twain zugeschrieben.

In meinem Beitrag zum einjährigen Bestehen meines Blogs schrieb ich über mgtow Deutsch, dass das Blog wohl aufgegeben wurde. Dem ist aber nicht so. Nach rund 8 Monaten Pause gibt’s wieder neue Beiträge bei mgtow Deutsch! Das freut mich, da ich dort immer gerne mitgelesen habe. Herzliche Grüße nach Österreich!

Außerdem ist ein neuer Blog an den Start gegangen: MGTOW Info – Deutsch. Ich freue mich über jeden Zuwachs, zumal jeder Blog einen etwas anderen Schwerpunkt setzt.

Viel Spaß beim Lesen!

Gillette

Gut, ich bin vermutlich der letzte Mann auf Erden, der seinen Senf zu dem aktuellen Gillette Werbespot in den USA abgibt. Aber da dieser Blog auch eine Chronologie männerfeindlicher Tendenzen in unserer angeblich so aufgeklärten, westlichen Gesellschaft sein soll, werde ich mich trotzdem dazu äußern, ätsch! 😉

Hier erstmal das Machwerk, damit sich jeder eine Meinung bilden kann:

Übel oder?

Die ersten Worte aus dem off sind:

bullying (Mobbing), the #metoo movement against sexual harassment, toxic masculinity

Dazu blicken wir in die betretenen Gesichter von Männern, ganz so, als ob sie von endlosen Schuldgefühlen geplagt sind. Als ob sie alle Mobber und Sexisten sind und toxische Männlichkeit im Alltag versprühen. Dabei sehen die meisten der gezeigten Kerle eher wie müde, vom Alltag geschaffte, alte Männer aus, aber nicht wie der typische Mobber oder Sexist am Arbeitsplatz.

„Is this the best a man could get?“ Nicht als Frage sondern als Ausruf war dieser Satz jahrelang der Werbeslogan von Gillette. Nicht das Männer diesen Satz früher geglaubt oder die anmutigen Bilder von tollen Kerlen, die nichts schöner fanden, als sich morgens vor der Arbeit zu rasieren, als Realität ansahen. Rasieren morgens ist für die meisten eine lästige Pflicht, wie der morgendliche Toilettengang oder das Fingernägel schneiden.

Gut, Gillette will das also heute selbst ironisch verstanden wissen und sich von dem alten Werbebild lösen. Das ist ihr gutes Recht. Werbung ist immer ein Spiegel ihrer Zeit. Erinnert sich noch jemand an die sexy FA Werbung, die früher im deutschen TV lief? Kann man sich heute drüber aufregen, muss man aber nicht. War halt damals so. Na und?

Nachdem Gillette sich nun quasi für ihre alten „Fehler“ in der Werbung entschuldigt, werden wir nun mit dem Problem des Mobbings konfrontiert. Eine Gruppe Jungen (keine Mädchen dabei, dabei mobben die meist noch fieser als Jungs) verfolgt einen einzelnen Jungen, während im Vordergrund eine Mutter (Merke: Frau = gut, Mann = böse) ihren Sohn tröstet, der Opfer von cybergrooming geworden ist.

Von da machen wir den Schwenk hin zu uralten Comicfilmen und alten Serien, die zugegebener Maßen schon sexistisch sind. Aber wie gesagt, uralt und ein Spiegel ihrer Zeit. Wir wollen da nicht wieder hin, aber die Männer von heute sind nicht dafür verantwortlich, dass die Generation ihrer Väter oder Großväter da anders veranlagt war.

Wir schwenken weiter zu einer Szene aus dem Berufsleben, wo der Chef der einzig anwesenden Frau die Hand auf die Schulter legt und jovial erklärt, dass sie eigentlich was anderes ausdrücken will, als das was sie gesagt hat. Es mag solche Chefs noch geben, die so ein Verhalten in der Firma an den Tag legen, die Norm ist das nicht. Längst gibt es Compliance Regeln, Gleichstellungsbeauftragte, sensibilisierte Betriebsräte usw. Ich habe so ein Verhalten in über 15 Jahren Berufserfahrung weder bei meinem Arbeitgeber noch in ungezählten Meetings bei Kunden erlebt. Gut, meine Welt ist nicht maßgeblich für alle da draußen im Berufsleben. Mit etwas Wohlwollen könnte man Gillette an diesem Punkt sogar zustimmen.

Boys will be boys. Ja, Jungen in dem gezeigten Alter (schätze so um 6 Jahre rum) fangen an, eine natürliche Rangordnung auszukämpfen. Die vielen kleinen Prügeleien und einzelnen Schläge, die man austeilt und einsteckt sind meist harmlos. Zumindest war es zu meiner Zeit so. Wer am Boden unten lag, hat verloren und der „Kampf“ war zu Ende. Ganz nach der Fight Club Regel:

3rd RULE: If someone says „stop“ or goes limp, taps out the fight is over.

Aber klar, in einem durch und durch feminisierten Erziehungsumfeld ist dieses Gehabe von Jungen nicht erwünscht. Still wie Mädchen sollen sie um einen Tisch herum sitzen, den Geschichten der Erzieher lauschen und gemeinsam irgendwas stricken. Das ist so wider der Entwicklung von Jungen. Was wir auf diese Weise am Ende bekommen, sind verhaltensauffällige, verweiblichte Männchen, die sich später wundern, warum sie wegen ihres unmännlichen, unsicheren Verhaltens keine Frau abbekommen.

Und wieder sind die Väter (Väter = böse, Mütter = gut) auf der Anklagebank. Sie lassen die Jungs gewähren und stehen am Grill (Fleisch = böse!) und schauen dem Treiben der Jungs amüsiert zu. Wissen sie doch, dass sie es damals genauso gemacht haben. Jetzt ist mal wieder Zeit genau hinzusehen: Der erste Mann, der sagt

„Boys will be boys“ ist weiß, dann folgt ein Schwarzer. Danach zoom die Kamera in die Totale. Und was sehen wir? Nur verhasste weiße Männer stehen hinter den verhassten Kohlegrills (Feinstaub = böse) und singen im Chor „boys will be boys“. Das Feindbild ist klar: Der weiße, heterosexuelle Mann. Ich bin zufällig auch ein weißer, heterosexueller und nicht mehr ganz junger Mann. Ich fühle mich hier zum wiederholten Male persönlich angeklagt und diskreditiert.

OK, nachdem wir uns am Bullying, oder was Gillette dafür hält, abgearbeitet haben, geht’s weiter zum sexual harassment. Eine Flut paralleler Nachrichten zum Thema macht klar, hier geht’s weiter auf der Anklagebank. Und Gillette glaubt an das Gute im Mann. Die Männer müssen sich ändern! Als ob jeder Mann Frauen sexuell belästigen würde. Dazu fährt man einen ehemaligen NFL Spieler auf, heute ein Schauspieler und Aktivist. Was er wohl für seinen kurzen Auftritt von Gillette kassiert hat? Jedenfalls tönt er von der Kanzel ins Mikrofon:

Men need to hold other men accountable.

Deutsch: Männer sollen andere Männer zur Rechenschaft ziehen.

Wie bitte? Zur Rechenschaft ziehen? Verurteilen? Eine Standpauke halten? Also wirklich. Wenn überhaupt kann man einem anderen Mann mal dezent einen Hinweis geben, dass der Spruch gerade nicht so gut war. Aber das wars dann auch. Gillette gibt uns dummen, sexistischen, weißen Männern nun einige Beispiele, wie wir uns zu verhalten haben. Denn ….

„The boys watching today will be the men of tomorrow“.

Gleichzeitig setzt nun eine euphorische Klangkulisse ein. Wenn alle Männer sich nur ständig gegenseitig beobachten, maßregeln und verbessern, ja dann wird die Welt endlich das Paradies auf Erden werden. (Klingt wie in Orwells 1984!)

THE BEST A MAN CAN GET

IT’S ONLY BY CHALLENGING OURSELVES TO DO MORE

THAT WE CAN GET CLOSER TO OUR BEST

WE ARE TAKING ACTION AT THEBESTMANCANBE.ORG

JOIN US

Au weiah. mgtows kommt euch das nicht bekannt vor? Ich übersetz mal kurz:

Männer, zurück auf die Plantage, macht euch den Rücken krumm für Frau und Kinder, schuftet bis zum Umfallen, damit sie es gut haben. Erwartet weder Dank noch Anerkennung. Als Mann seid ihr Depp und Diener für die Frau und ihren Nachwuchs. Klagt nicht, arbeitet bis zur Rente (oder dem Schlaganfall). Wenn sie euch verlassen hat, war es eure Schuld! Dann wart ihr nicht gut genug, habt nicht genug an euch gearbeitet, nicht genug Kohle ran geschafft, habt sie enttäuscht, so dass sie euch verlassen musste.

In der von allgegenwärtiger Werbung übersättigten Welt müssen sich die Werbetreibenden ständig etwas ausdenken. Und häufig werden dabei seltsame Pfade eingeschlagen. Erinnert sich noch jemand an die Benetton Werbung mit den blutigen Klamotten von Kriegsopfern? Das war zum Beispiel geplante Empörung. Die ganze Welt sprach über Benetton, Ziel erreicht.

Gillette hat sich da was anderes ausgedacht: Wir beschimpfen pauschal unsere Hauptkundschaft, erklären, was sie alles im wahren Leben falsch macht und spielen uns zum Wächter von Moral und Tugend auf, indem wir abschließend noch erklären, wie Mann (Kunde) es richtig macht. Ein gutes Konzept? Ich jedenfalls fühle mich als Mann in Sippenhaft genommen, als moralisch fragwürdig dargestellt, als Depp, dem man noch Umgangsformen und soziale Normen anerziehen muss.

Sorry Gillette, ihr habt wirklich den Schuss nicht gehört.

Aber das ihr ja ein uramerikanisches Unternehmen seid, versteht ihr ja die Macht des Konsumenten. Gillette Produkte sind bei mir ab sofort gestorben. Keinen müden Euro werde ich jemals mehr in eure Produkte investieren. Das trifft übrigens auch auf eure Muttergesellschaft Procter & Gamble zu! Wella vertreibt ebenfalls eure Produkte und ist daher auch von meinem Bannstrahl getroffen. Ebenso Braun und Duracell. Dabei waren die Duracellhasen aus der Werbung früher mal echt süß. Und eure mit giftigen Stoffen vollgestopften Batterien trieben mein ferngesteuertes Spielzeugauto an. Damals …