Another Berlin rant

Am 12. März schrieb ich hier über die politisch hyperkorrekten Berliner Verkehrsbetriebe und ihrer Agenda bzgl. der Lüge des Gender Pay Gaps. Aber Berlin wäre nicht Berlin, wenn die Aktion nicht als peinliche Verarsche enden würde. So gab es in der ganzen Stadt nur in der Haltestelle Alexanderplatz einen einzigen Automaten, an dem frau die vergünstigten Tickets ziehen konnte. Also bei statistisch ca. 1,874 Millionen Frauen (bei 3,748 Millionen ( Stand 2018) Berlinern, unter Vernachlässigung des dritten Geschlechts) hätten die Warteschlangen eigentlich endlos sein müssen. Immerhin konnte frau bei der Jahreskarte bis zu 160€ sparen! Aber selbst um 10 Uhr, wenn auch die Berliner Assis langsam aus dem Saufkoma aufwachen, bestand die Warteschlange nur aus 15-20 Frauen. Gegen Mittag musste Frau immerhin 30 Minuten warten. Bis zum Abend wurden ganze 200 Frauentickets verkauft. Wow, ich schmeiß mich weg vor Lachen. Was für eine Aktion!

Die Webseite Tag24 (niveaumäßig noch unter Focus Online angesiedelt) berichtet aufgeregt von Rentnerin Sabine, die sich auf Kosten der Männer eine billige Fahrkarte schnorren will. Entlarvend gibt sie im Interview zu:

Mein Mann und ich arbeiteten über 25 Jahre in der gleichen Firma. Das war natürlich scheiße, wenn er trotz gleicher Arbeit den höheren Lohn bekam.

Ist natürlich blöd für die Männer, aber jetzt sind Wir dran! Zugegebenermaßen hat mir mein Mann das Geld für die Monatskarte in die Hand gedrückt und beschenkt mich meist mit tollen Blumen.

Sabine, Rentnerin

So läuft es wohl in den meisten Ehen ab. Der Ehetrotttel zahlt.

Und hier noch ein Brüller:

Wie konnte die Politik es überhaupt so weit kommen [lassen*], dass Frauen, die Männern hauptsächlich das Leben versüßen, weniger verdienen?

Lara S., Sozialwissenschafts-Studentin aus Moabit

* fehlendes Wort vom mir eingefügt, liest bei Tag24 eigentlich niemand Korrektur?

Wenn Frauen den Männern wenigstens das Leben versüßen würden. Naja, lassen wir die Müslistudentin in ihrem Glauben. Würde Sie Informatik studieren statt Sozialwissenschaften, würde sie später auch anständig verdienen. Aber dumm, wie Frau halt ist, bleibt am Ende nur die Hoffnung, den richtigen Kerl zu heiraten und ihm auf der Tasche zu liegen.

Apropos Informatik: Als Informatiker interessierte mich eigentlich mehr, wie der Automat erkennt, ob eine Frau oder ein Mann ein Ticket ziehen will. War es eine ausgeklügelte Bilderkennung, evtl. mit einer KI im Hintergrund? Aber nicht doch. Wir sind doch in Berlin. Neben dem Automaten waren 2 Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe postiert von denen die weibliche Angestellte mittels eines in der Hand versteckten Signalgebers dem Automaten signalisierte, dass ein Frauen-Ticket ausgegeben werden darf. Die Kamera am Automaten war nur eine Attrappe. Au weia! Computer zu Fuß! Wenn die BVG die Frau wenigstens in den Automaten gesetzt hätte! Dann hätte man das ganze mit einem Augenzwinkern als Reinkarnation des Schachtürken sehen können. (Der Schachtürke war ein im Jahr 1769 von Wolfgang von Kempelen konstruierter und gebauter Automat. Der Erbauer ließ bei den Zuschauern den Eindruck entstehen, dass dieses Gerät selbständig Schach spielte. Tatsächlich war darin aber ein menschlicher Schachspieler versteckt, der es bediente.) Ein Bild gibt’s hier.

Auch die ZE.TT, das gendergerechte, in leichter Sprache verfasste Bento-Equivalent der Zeit berichtet von der Aktion. Anscheinend ist aber niemand vor Ort gewesen. Anders als BZ und Tag24 berichtet das „Qualitätsmedium“ von langen Schlangen und stundenlangen Wartezeiten. Bei ZE.TT entschied ein Gesichtsscanner angeblich, ob jemand ein Frauenticket kaufen durfte oder nicht.

Ja, so geht Journalismus heute! Da wird gelogen, erdichtet und behauptet bis sich die Balken biegen. Nachzulesen hier! Entweder ZE.TT oder Tag24 und BZ haben ihre Leser jedenfalls angelogen.

Aber nicht nur die Berliner Verkehrsbetriebe sind peinlich. Viele Berliner Männer auch. Findet zumindest Larissa Fußer in einem Gastbeitrag für achgut. Und die Frau hat Recht! Die angehende Ärztin ist in Berlin auf der Suche nach der sog. toxischen Männlichkeit.

Gemeint ist damit „typisch männliches“ Verhalten, das sowohl Frauen als auch den Männern selbst schaden soll. Klassische Symptome seien Dominanz, Aggression, Gewalttätigkeit, Konkurrenzdenken, Abwertung von Frauen sowie Unterdrückung von Emotionen.

Als Gegengift schlagen amerikanische Psychologen vor, ab sofort ein „positives, selbstkritisches und feministisches Männerbild“ zu propagieren. Dem Mann muss das Mannsein ausgetrieben werden. So wie im Roman 1984 die Menschen durch Gehirnwäsche, Sexentzug und Sprachverbote zu gefügsamen Untertanen umgepolt werden. Als angehende Wissenschaftlerin begibt sich Larissa auf die Suche nach der „Krankheit“ toxische Männlichkeit in Berlin.

Ihr Fazit über die Männer in Berlin, vor allem ihre Mitstudenten, fällt vernichtend aus:

Tatsächlich ist es wohl nahezu egal, mit welchem männlichen Kommilitonen ich spreche. Keiner von ihnen tritt dominant auf, keiner streitet sich gerne, und niemand ist auch nur in Ansätzen offen aggressiv, geschweige denn gewalttätig. Genauso flirtet niemand von ihnen, ohne dass es lächerlich wirkt, und ich halte es für höchst unwahrscheinlich, dass sie zu einem „sexistischen“ Kommentar überhaupt psychisch fähig wären. Auch mit viel Fantasie ist nichts von dieser „toxischen Männlichkeit“ auszumachen, die von den Genderkämpfer*innen beschworen wird.

Anders verhalten sich die Jungs aber, wenn Frauen sie zurechtweisen. Ich sehe ständig Grüppchen von Studenten, die aus Frauen und Männern bestehen. Es ist sofort ersichtlich, dass die Frau die Gruppe anführt. Alles spricht dafür: die Körperhaltung, die Redeanteile und die unterwürfigen Blicke der Jungs. Ich würde mich nicht wundern, wenn sie auch Mutti Merkel oder Mami Göring-Eckardt heimlich oder offen verehren.

Larissa Fußer

Und wo kommt das her? Natürlich aus dem Elternhaus. Eine ganze Generation von Männern wurde von den eigenen Eltern, den Frauen im Kindergarten, den fast ausschließlich weiblichen Lehrern in den Grundschulen und den Lehrerinnen in den weiterführenden Schulen so dermaßen verkorkst, dass sich die Frauen heute mit Grauen abwenden. Aber keine Sorge, andere springen gerne in die Bresche:

Nach dieser ersten Fehlanzeige auf der Suche nach der „toxischen Männlichkeit“, bin ich schließlich beim Ausgehen mit meinen Freundinnen doch noch fündig geworden. In den Tanzclubs der Hauptstadt finden sich inzwischen „Partypeople“ aller Nationalitäten an. Da wir besonders häufig Hip-Hop-Partys besuchen, treffen wir häufig auch auf schwarze Männer und Frauen. Diese schüchtern mich mit ihren wilden Tanzbewegungen so ein, dass ich eher zurückhaltend tanze. Doch das scheint die Männer aus dem Süden nicht zu stören. Während wir selten von deutschen Männern (in unserem Alter) angesprochen werden, haben an mehreren Abenden die zugezogenen Männer nicht lange gefackelt. Einer schnappte meine Freundin kurzerhand von hinten an der Hüfte und zog sie dicht an sein bestes Stück, andere griffen uns beherzt ans Hinterteil, einige starrten uns einfach nur die gesamte Zeit an.

Larissa Fußer

Und auf dieses Verhalten stehen die meisten Frauen, wenn es um das Gebalze in Discos und Clubs geht, solange die Männer zu den attraktiven Top 20% gehören. Auf Männer, die attraktiv und/oder exotisch sind und sich auch mal was trauen. Entschuldigen kann Mann sich ja immer noch, wenn Frau auf das Heranziehen nicht steht.

Und zurück blieb ich mit der Frage, was ich als Frau denn eigentlich will. Einige Frauen in meinem Alter vermeiden jede Erotik schon im Vornherein, indem sie sich einen Jungen schnappen, der – wie oben beschrieben – mehr Weibchen als Männchen ist. Und dann gibt es noch diese Frauen, die sich mehr oder minder offenen Auges in die Hände eines vollkommen ungebändigten Neubürgers begeben.

Larissa Fußer

Ist doch ganz einfach Schätzchen. Frauen wollen beides, je nach Gefühlslage, Hormonschub und Alter. Mal den Bad Boy fürs Bett und spätestens wenn Frau Familie will, den Ehetrottel, der dann auch gerne ein deutscher Langweiler mit Bausparvertrag und gesichertem Einkommen sein darf.

Ich darf die meisten jungen Leute einfach nicht so ernst nehmen. Ob nun zugezogen oder in Berlin geboren: Viele der heutigen jungen Erwachsenen wurden eben von altlinken Hippies antiautoritär, also faktisch gar nicht erzogen. Das Ergebnis sind diese trotzigen, haltlosen Männer und Frauen, die bis zu ihrem 30. Lebensjahr (und darüber hinaus) nicht erwachsen werden wollen. Doch für mich ist das kein Drama. In einem Club voller Kinder und Idioten, fallen die wenigen gescheiten Erwachsenen besser auf. Ich muss nur noch lernen, sie zu erkennen.

Besser hätte ich es auch nicht sagen können. Es ist die Erziehung im Elternhaus (Alleinerziehende!), Kindergarten und Schule, die aus Männern Waschlappen gemacht hat. Allerdings glaube ich nicht, dass Frauen darunter so gelitten haben, wie Männer. Frauen wurden bestärkt, die Welt gehöre ihnen während Männern das Mannsein ausgetrieben wurde. Wohin das führt? In keine gute Zukunft, aber mir als mgtow ist das wirklich egal. Aber eines ist klar, ich werde das nicht ausbaden. Ich werde auch nicht versuchen, das wieder gerade zu biegen. Ausschließlich meine Interessen stehen für mich im Mittelpunkt. Wenn die Gesellschaft vor die Wand fährt: So what?!

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5 Gedanken zu “Another Berlin rant

  1. Ich finde das gut. Ich trete immer direkt auf wenn mich eine Frau interessiert (nur für Sex), ansonsten können mir die Schwanzlosen gestohlen bleiben. Langweilig und verlogen macht es keinen Sinn sich mit denen übermäßig auseinander zu setzen. Das ist nicht böse gemeint, sondern einfach ehrlich.

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  2. Schon lustig, dass als Antwort auf angebliche Geschlechterdiskriminierung nichts weiter als Geschlechterdiskriminierung kommt. Zwei mal Unrecht ergibt noch kein Recht.
    Ja, Frauen verdienen weniger, weil sie weniger arbeiten. Männer arbeiten im Schnitt mehr Stunden. Männer sind auch im Schnitt häufiger auf Montage, machen häufiger Schichtarbeit und machen in ihrem Erwerbsleben zumeist keine mehrjährige Pause. Viele Frauen machen eine Babypause und bleiben oft daheim, so lange das Kind noch klein ist. Kommt es in die Schule, machen die Mütter meist nur einen Halbtagesjob.
    Dass man weniger verdient, wenn man weniger oder gar nicht arbeitet, dürfte einleuchten. Frauen entscheiden sich, Mutter zu werden, denn sie können sich ja durchaus auch dagegen entscheiden und statt dessen mehr arbeiten. Männer haben diese Wahl erst gar nicht, genau das soll ihnen aber zum Nachteil ausgelegt werden.

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